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Portrait: Hochzeitssängerin Angelía Norwidat

Kaum etwas fasziniert die Menschen so wie die meisterhaften Künstler für klassische Musik. Viele Meister sind unvergessen. Klassik begeistert, beruhigt, weckt Sehnsüchte und verleitet zum Träumen. Klassische Musik ist als Sprache weltweit gültig und gehört zum kulturellen Höhepunkt vieler Menschen. Ob Oper, Konzerte, Festivals, klassische Musik gilt als Muss für Feste und feierliche Anlässe – nicht nur als Hintergrundmusik zum Dinner oder Empfang, sondern als Höhepunkt im Programm. Doch kann man von klassischer Musik auch leben – und was ist nötig, um als klassischer Musiker aufzutreten? EinApplaus hat nachgefragt bei der international gefragten Hochzeitssängerin Angelía Norwidat.

1. Angélia, was macht klassische Musik so reizvoll?

Mich reizt die musikalische und stimmtechnische Herausforderung. Wenn ich klassische Musik höre (egal ob Vokal- oder Instrumentalmusik), dann denke ich immer daran, dass da Menschen musizieren, die von ihrer Jugend auf dafür gelebt und gearbeitet haben. Klassik kann man eben nicht “einfach mal so machen”…

2. Wie kam es zum Berufswunsch Sängerin?

In meiner Familie (auch angeheiratete Seitenzweige) sind ca. 75 Prozent Mitglieder Musiker – meine Mutter und ihre Schwester waren Opernsängerinnen…

3. Wie wurdest du Hochzeitssängerin?

Ich war in Krefeld am Theater als Solistin engagiert und dementsprechend bekannt, da ergab es sich ganz von selbst, dass ich für Konzerte und Hochzeiten angesprochen wurde. Und als der Stein einmal ins Rollen gebracht war…

4. Worin unterscheidet sich der Auftritt einer Hochzeitssängerin von anderen Festen und Konzerten?

Das reizvolle bei Hochzeitsauftritten ist, dass ich meine Vielseitigkeit zeigen kann, denn heutzutage wird selten reine Klassik verlangt. Ich erweitere also ständig mein Repertoire um die Wunschsongs der Brautleute – das geht dann von Louis Armstrong bis hin zu aktuellen Charthits, aber auch selten gehörte Barocklieder oder Tenoropernarien wurden schon verlangt.

5. An welchen Auftritt als Sängerin wirst du dich noch jahrelang erinnern und wieso?

An meinen ersten Auftritt mit meiner Gesangsanlage (vorher hatte ich immer nur mit Organisten zusammen musiziert): beim letzten Song sprang die CD – ich schwitzte Blut und Wasser, ob ich richtig “mitgesprungen” war… Es hatte geklappt, aber ich hatte doch ein paar Nerven dabei gelassen….

6. Welche Bedeutung hat klassische Musik im Unterhaltungsgeschäft?

Ich freue mich, dass sich allmählich immer mehr Menschen für Klassik interessieren und sie nicht einer kleinen (elitären???) Minderheit vorbehalten ist. Ganz sicher tragen auch populäre “Pseudo-Klassiker” zur Verbreitung dieser Musikrichtung bei, auch wenn ihre Anerkennung in Klassikkreisen vielleicht umstritten ist.

7. Wie würdest du Jugendliche für klassische Musik begeistern?

Eben über diese populäre Klassik – zum Vergleich würde ich dann andere Interpreten und Werke zusätzlich vorstellen. Meistens ist dann das Interesse schon geweckt, ein Konzert- oder Theaterbesuch tut dann sein Übriges…

8. Fünf Tipps für Menschen, die Hochzeitssänger oder Hochzeitssängerin werden möchten?

Fundierte Ausbildung!!! Offen sein für Neues! Bei der Preisgestaltung daran denken, dass man nicht nur für eine Stunde Singen bezahlt wird (das bekommt man leider immer wieder von Kunden zu hören). Tägliches Üben und Arbeiten an der Stimme (bei Klassik), Gesangsunterricht zur Kontrolle, Diesen Beruf ernsthaft betreiben, aber sich darüber im Klaren sein, dass man davon allein nicht leben kann.

Angélia, danke für das Interview und viel Erfolg als Hochzeitssängerin auf einApplaus!


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